Michaela Engelmeier und Susanne Maaß stimmten auf dem gestrigen Sonderparteitag der SPD für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen und begrüßen den kommenden Mitgliederentscheid. 

Oberberg-Aktuell vom 22.01.2018 

56 Prozent der Delegierten haben gestern auf dem SPD-Sonderparteitag in Bonn für den Beginn der Koalitionsverhandlungen mit der Union gestimmt. Als Vertreterinnen aus dem Oberbergischen Kreis haben Michaela Engelmeier als Mitglied des SPD Parteivorstandes und Susanne Maaß als Delegierte ihre Stimmen abgegeben. Beide stimmten für die Aufnahme der Koalitionsgespräche, stellten aber auch klar: Wenn sie mit den Ergebnissen der nun beginnen Verhandlungen nicht zufrieden sind, würden sie beim Mitgliederentscheid auch gegen eine Neuauflage der Großen Koalition stimmen.

Von der Stimmung beim gestrigen Bundesparteitag ist Engelmeier aber erstmal begeistert: „Ich habe schon viele Parteitage erlebt, aber dieser war etwas ganz besonderes. Wir haben mit uns gerungen und uns die Entscheidung nicht leichtgemacht, das war lebendige Politik und Demokratie pur“, schwärmte sie. Auch Maaß hat die Stimmung als konzentriert und die Diskussionen als äußerst spannend empfunden. „Dass das Ergebnis knapp wird, konnte man früh ahnen“, so die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Reichshof.

Die oberbergische Delegation in Bonn (v.l.): Helge Sulfrian (Geschäftsführer der SPD Oberberg), Susanne Maaß (stellv. Vorsitzende der SPD Oberberg), Thorsten Konzelmann (Vorsitzender der SPD Oberberg), Michaela Engelmeier (Mitglied des SPD-Parteivorstandes und stellv. Vorsitzende der SPD Oberberg), Frank Mederlet (Geschäftsführer der SPD Köln)

Die oberbergische Delegation in Bonn (v.l.): Helge Sulfrian (Geschäftsführer der SPD Oberberg), Susanne Maaß (stellv. Vorsitzende der SPD Oberberg, Vorsitzende der SPD Reichshof und stellv. Bürgermeisterin der Gemeinde Reichshof), Thorsten Konzelmann (Vorsitzender der SPD Oberberg), Michaela Engelmeier (Mitglied des SPD-Parteivorstandes und stellv. Vorsitzende der SPD Oberberg), Frank Mederlet (Geschäftsführer der SPD Köln und Fraktionsvorsitzender der SPD Wipperfürth)

Dass die SPD nun über eine Neuauflage der Großen Koalition diskutiert, nachdem Martin Schulz die Opposition nach der Wahl zur einzigen Option für die Genossen erklärt hat, ist für die beiden Oberbergerinnen kein Einknicken der Partei: „Nachdem die Jamaika-Sondierungen gescheitert sind, stellt sich die Situation völlig anders dar als direkt nach der Wahl“, sind sich Maaß und Engelmeier einig. Die SPD habe sich nicht angebiedert, sondern sei aufgrund des Jamaika-Scheiterns gefordert, so Maaß. „Wir übernehmen politische Verantwortung“, stellte auch Engelmeier klar.

Sie selbst sei keine glühende Anhängerin einer Großen Koalition, sagte Maaß, und auch Engelmeier gesteht: „Besonders in den letzten Monaten vor der Wahl war es schwierig, mit der Union eine gute Politik zu machen“. Beide sind sich aber auch einig, dass die nun beginnenden Koalitionsverhandlungen die Möglichkeit bieten, sozialdemokratische Themen unterzubringen. „Wir haben nun wirklich die Chance, das Leben in Deutschland, insbesondere für die kleinen Leute, positiv zu gestalten“, so Maaß. Sollte es den Verhandlern aber nicht gelingen, sozialdemokratische Kernthemen entsprechend zu positionieren, scheuen sich beide Frauen nicht, im Mitgliederentscheid mit „Nein“ zu stimmen. „Und das jedes SPD-Mitglied das Recht hat, hier mitzuentscheiden, finde ich ganz wunderbar. Das ist urdemokratisch“, so Engelmeier. „Es war wichtig, offen in die Gespräche zu gehen“, findet auch Maaß. Was nun folge, sei allein von deren Ergebnissen abhängig.

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