Am vergangenen Donnerstag hatte die SPD Reichshof die Brüchermühler Bürgerinnen und Bürger zur Versammlung eingeladen. Unter dem Titel „Brüchermühle gemeinsam gestalten“ wurde intensiv über die Entwicklungsmöglichkeiten im Ort diskutiert.

Hintergrund war das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls“ (ISEK), das derzeit mit viel Aufwand in der Gemeinde Reichshof geplant und umgesetzt wird. In den Siedlungsschwerpunkten Eckenhagen, Wildbergerhütte, Denklingen und Hunsheim sollen in den kommenden Jahren über 16 Millionen Euro für entsprechende Maßnahmen investiert werden. Bereits im Jahr 2017 eingebrachte Ideen, die die SPD gemeinsam mit den örtlichen Vereinen für Brüchermühle entwickelt hatte, wurden jedoch als „nicht förderfähig“ abgelehnt.

„Dies hat zu einiger Verwunderung geführt“, so Susanne Maaß, stellvertretende Bürgermeisterin und Vorsitzende der SPD Reichshof, in ihrer Eröffnungsrede. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen passen genau in das Entwicklungskonzept der Stadtplaner und die Förderrichtlinien des Landes. Als drittgrößter Ort und wichtiger Gewerbestandort in der Gemeinde Reichshof muss daher auch Brüchermühle und die Brüchermühler Bürgerinnen und Bürger von derartigen Förderprogrammen profitieren“.

Handlungsbedarf attestiert auch das Kölner Büro für Stadt- und Regionalplanung, Dr. Jansen GmbH in ihrer „Analyse, Handlungsbedarfe und Ziele für den Siedlungsschwerpunkt Brüchermühle“. „Das Ortsbild in Brüchermühle weist einen starken Handlungsdruck auf“, heißt es dort unter anderem. Es fehle an Spiel- und Bewegungsangebote für verschiedene, vor allem jüngere Generationen. Es fehle an Treffpunkten und Veranstaltungsräumen, die für die Dorfgemeinschaft zur Verfügung stehen. Empfohlen werden zudem Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und die Gestaltung des Kreuzungsbereichs „Am Dreieck“ sowie der Ortseinfahrten.

„All diese Anregungen und Empfehlungen haben wir bereits 2017 in zwei Planungskonzepten eingearbeitet und eingereicht“, erläuterte Ralf Oettershagen, SPD Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Reichshofer Bauausschusses. „Dass Brüchermühle nun erneut keine Berücksichtigung findet, wollen wir nicht so stehen lassen“.

Andreas Horath, Ratsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der Reichshofer SPD, stellte den Anwesenden anhand von Planunterlagen die verschiedenen Ideen und Möglichkeiten zur Entwicklung und Verbesserung im Ort vor.

So könnte der neue Ortsmittelpunkt in Brüchermühle zukünftig aussehen | Bildgrundlage: siehe unten

Eindeutig viel das Votum der Bürgerinnen und Bürger in der darauffolgenden Diskussion aus: Zentrales Element im Ort soll ein neuer Kreisverkehr am Kreuzungsbereich „Am Dreieck“ bilden, der die derzeitige Verkehrssituation nicht nur entschärft, sondern auch viel zur Sicherheit und Verbesserung des Ortsbildes beitragen soll.

Weniger versiegelte Verkehrsflächen, sichere Querungshilfen, geringere Geschwindigkeiten, weniger Gefahrenpunkte, breitere Gehwege, mehr Stellplätze und mehr Begrünung und Baumpflanzungen waren nur einige Argumente, die die Anwesenden von der Idee überzeugte.

Ortbildprägend und neuer Identifikationspunkt soll dabei der Kreismittelpunkt werden. Hier wünschen sich die Brüchermühler die Rekonstruktion des Brunnens, der genau an dieser Stelle einmal stand, in den 60er Jahren jedoch den Verkehrsplanern zum Opfer fiel.

Als weitere Maßnahmen forderten die Anwesenden eine Querungshilfe im Kreuzungsbereich Kölner Straße/In den Brüchen, die Einrichtung einer zentralen E-Bike-Ladestation sowie die Aufstellung von Bänken und Mülleimern im Ortskern.

Mögliche Planungen am Sportplatz in Brüchermühle | Bildgrundlage: siehe unten

Genau wie die Kölner Stadtplaner beurteilten auch die Brüchermühler die Situation für Kinder und Jugendliche im Ort. Es existierten weder Spielplätze noch die Möglichkeit, sich außerhalb der Vereine sportlich zu betätigen. Die Anlage eines öffentlich zugänglichen Kleinspielfeldes sowie die Schaffung von Spielplätzen für verschiedene Altersklassen im Bereich zwischen Sportplatz und Tennisanlagen wurde begrüßt. Gleichzeitig müsse der vorhandene Parkplatz neugestaltet und für verschiedene Veranstaltungen, Märkte usw. optimiert werden.

„Der Wille und das Votum der Bürgerinnen und Bürger war deutlich“, so Oettershagen abschließend. „Die Forderungen und Vorschläge aus der Bürgerschaft werden wir nun als Antrag formulieren und die Verwaltung auffordern, entsprechende Fördergelder zur Realisierung zu akquirieren und die Maßnahmen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen“.

 

Die dargestellten Planungen wurden auf folgender Bildgrundlage erstellt:
Digitale Orthophotos,
Bereitsteller: Land NRW (2019)
Datenlizenz: Deutschland – Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, 50606 Köln – Version 2.0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0)

 

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